aktuell

Eine fantastische Geschichte

Am Montag vor Ostern kam mein Schwager mit den Worten: „Schau mal Renate, was ich gefunden habe, du arbeitest doch mit Gold, vielleicht kannst du das verwenden?“ Er brachte ein vergilbtes Schächtelchen aus Wellpappe, darin lagen drei Päckchen Blattgold vom Typ Dukaten-Doppelgold, Transfer, sogenanntes Sturmgold, originalverpackt mit je 300 Blatt, genau jener Typ Blattgold, wie ich ihn seit 2 Jahren verwende. Dabei lag ein handgeschriebener Zettel, worauf Typ, Preis und Anzahl der Artikel notiert waren. Mein Schwager erkannte die Schrift sofort als die meines Schwiegervaters, der Drogist gewesen war. Bis zu den 70er Jahren waren die Drogerien noch Universalfachgeschäfte, wo von Farben, Pigmenten und Basischemikalien bis hin zu Kosmetik alles im Sortiment geführt wurde. Das Blattgold war vielleicht damals schon ein Auslaufartikel, weil die Zeiten sich geändert hatten, jedenfalls nahm mein Schwiegervater das Schächtelchen mit und lagerte es in seinem Keller. Mein Schwager, der als Nachfolger dieses Haus seit mittlerweile 35 Jahren bewohnt, hatte nun diesen „Schatz“, der ca. 45 Jahre unter besten Bedingungen aufbewahrt worden war, gehoben. Mir war sofort klar, dass ich mit diesem „Geschenk“ arbeiten würde. Das Gold sollte in Form einer blattvergoldeten Arbeit in sein Haus zurückkehren, was knapp zwei Wochen nach dem Fund geschah.

Diese märchenhafte Begebenheit lässt mannigfaltige Bedeutungsebenen zu. Für meinen Schwager, den Finder, dass er das Blattgold ausgerechnet jetzt entdeckt hat, wo ich erst seit zwei Jahren damit arbeitete. Davor hätte niemand dafür Verwendung gefunden. So aber konnte das Gold wieder zurückkehren in einer Form, für die es als Blattgold eigentlich bestimmt ist, und es hat nun einen erlesenen Platz als Teil eines Diptychons zusammen mit dem Holzrelief eines Buddhakopfes.

Für mich als Künstlerin ist es eine Bestätigung für den Werkzyklus der „Hommage an die frühe italienische Tafelmalerei des Trecento“, an dem ich seit zwei Jahren arbeite. Dieses Blattgold ist wie ein Gruß aus fernen Zeiten, der mich nachträglich sowohl mit dem Ort (wir bewohnen das Nachbarhaus) als auch mit der Familie, in die ich vor 40 Jahren eingeheiratet habe, verbindet, auf die schönste Weise verbindet, so fein, so leicht, so prächtig wie man sich das nur wünschen kann – und der die Kunst als Schönstes und über die Zeiten Symbolstiftendes feiert.

 

Renate Balda im April 2020           

 

Zur Ausstellung "Erde und Himmel" vom 22. 10. 19 bis 23. 2. 20 im Handwerksmuseum Deggendorf ist ein  Katalog erschienen unter der ISBN: 978-3-00-064667-6.

Der Katalog ist zum Preis von 10€ erhältlich im Museum.

Art Karlsruhe 2020 bei Galerie Linde Hollinger


Julie Metzdorf vom BR hat anlässlich der Ausstellung "Erde und Himmel" im Handwerksmuseum Deggendorf ein kurzes Portrait über meine künstlerische Arbeit verfasst für den Sendeplatz KulturLeben in BR2.

Der Beitrag ist aktuell noch als Podcast verfügbar (gleich nach dem Sendungsüberblick) unter:

https://www.br.de/mediathek/podcast/kulturleben/kaspar-von-peter-handke-am-staatstheater-nuernberg/1788106


Anja Fröhlich, die Kuratorin der Ausstellung "Erde und Himmel" im Handwerksmuseums Deggendorf hat die kleinen Videos erstellt, die einen schönen Beitrag zum Verständnis der Ausstellung sowie zum Verständnis meiner Arbeit überhaupt leisten.

Weitere Videos sind zu sehen unter der Rubrik Arbeiten.


Ich freue mich, meine keramischen Arbeiten erneut in einem handwerklichen Kontext zeigen zu können. https://www.hwk-muenchen.de/artikel/natuerlich-schoen-74,0,9414.html     Siehe auch diese website unter Arbeiten/Objekte Keramik.

Hier der Katalog zur aktuellen Werkserie "Hommage an die Italienische Tafelmalerei des Trecento"

Download
Klanginstallation von Hans Balda am 1.7.2017 in der Ausstellung "Pittura di Colore - in der Farbe sein"
Originalaufnahme Diözesanmuseum 2017 07
MP3 Audio Datei 41.1 MB

Zur Klanginstallation am 1.7. 2017

Einem solchen Ereignis kann man sich von verschiedenen Seiten verstehend nähern, um es emotional, gesellschaftlich, kunsthistorisch oder musikalisch einzuordnen.

Um mit John Cage zu sprechen: „Sie müssen es nicht Musik nennen!“

Ich möchte sagen, es wäre dem Hören sogar zuträglicher, weil man nur so dem sinnlichen Erfassen dieser Klangwelt nahe kommen kann.

 

In einer täglichen Praxis des experimentellen Komponierens, die einen literarisch – philosophischen Prozess als Vorlauf hat, ist diese Verdichtung und Konzentration auf klangliche Strukturen entstanden. Mithilfe des Keyboards als „Spiel – Zeug“ fügen sich über verschiedene Parameter Schichten von Klangereignissen ineinander, die Zugang zu neuen Räumen öffnen.

 

Man möchte sagen: „Schließen Sie Ihre Augen und lauschen Sie!“ -

das ist zwar in einer Ausstellung die man sehend erschließt kein guter Rat, aber vielleicht, wenn Sie wollen: „Schließen Sie Ihre Augen und erleben Sie hörend Klänge und danach die Bilder ganz neu!“

Renate und Hans Balda, 2017